Thomas Behling

 "Endlich Frieden mit der deutschen Geschichte" IV

"Endlich Frieden mit der deutschen Geschichte" IV, 2013/2017
Eine falsche und 13 echte Hitlerbriefmarken, Karton, Bleistift, Holz, Glas, 23 x 37 cm

"Das Rückspiegeleiland"

Der Kunstraum Neureut (Karlsruhe) zeigt Bildobjekte von Thomas Behling.

"... The purloined letter
Auch die Collage "Endlich Frieden mit der deutschen Geschichte", 2013, bei der unterschiedlich farbige Briefmarken mit dem Konterfei Adolf Hitlers einen Regenbogen bilden, ist ein Versteckspiel. Der Sinn verbirgt sich hier darin, dass eine Briefmarke gefälscht ist und der Regenbogen - seit dem Alten Testament Sinnbild des Friedens - damit hinfällig wird. Wie in Edgar Allan Poes berühmter Detektiverzählung, in der der titelgebende entwendete Brief an der sichtbarsten Stelle, nämlich einer Briefablage, „versteckt“ wurde, „verbirgt“ sich auch die falsche Briefmarke unter den echten und kaschiert so den tieferen Sinn der Collage. ...
... Dass das Element des Verbergens so regelmässig in Thomas Behlings Schaffen wiederkehrt, hat mehrere Gründe.
Offensichtlich ist, dass der Künstler Freude hat am Umgang mit gefundenen Materialien und an der Bricolage, dem Zusammensetzen von Fundstücken, welches diesen oftmals einen neuen Sinn verleiht. Das sprichwörtliche „zufällige Zusammentreffen einer Nähmaschine und eines Regenschirms auf einem Seziertisch“ - erstmals von Isidore Lucien Ducasse in seinen 1868 erschienenen Chants de Maldoror geprägt für die Verbindung zweier oder mehr Gegenstände, die wir im Alltag nicht zusammen sehen - erwies sich schon bei den Dadaisten und Surrealisten als den unmittelbaren Jüngern Ducasses’ als fruchtbar. Das Zusammentreffen gegensätzlicher Objekte fördert auch bei Thomas Behling Werken Qualitäten an den Gegenständen zutage, die uns im gewöhnlichen Gebrauch verborgen bleiben. ..."
Heinz Stahlhut (Kunstmuseum Luzern), Auszüge aus dem zur Ausstellung erscheinenden Katalog

Vernissage: Donnerstag, 18.1.2018 um 19.00 Uhr. Einführung durch Jens Anders (Kunstraum Neureut)

Künstlergespräch mit Heinz Stahlhut (Kunstmuseum Luzern) am Sonntag den 4.2.2018 um 15.00 Uhr.

Laufzeit: 18.1. bis 4.2. 2018

Kunstraum Neureut
Altes Milchhäusle
Kirchfeldstraße 122
76149 Karlsruhe-Neureut

Öffnungszeiten:
Fr 17 - 19 Uhr
Sa 14 - 17 Uhr
So 14 - 17 Uhr

S1 oder S11, Haltestelle Adolf-Ehrmann-Bad

"Großes Erscheinungswölkchen"

Thomas Behling: "Großes Erscheinungswölkchen", 2012, 96 x 43 x 24 cm

„Eine Enzyklopädie des Zarten“

Die Ausstellung in der Galerie im Körnerpark wird kuratiert von
Anne Brannys, Autorin das gleichnamige Buches:
"Eine Enzyklopädie des Zarten"

"Über das Zarte
Das Zarte ist als Begriff in der deutschen Sprache seit dem Mittelhochdeutschen beheimatet und bedeutete als Verb soviel wie »berühren«, »sich vorsichtig nähern«. Heute wird das Wort vor allem als Adjektiv und mit einer großen Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten verwendet. Im kunstwissenschaftlichen Jargon beschreibt es Arbeiten, die zurückhaltend, fein gestaltetet, ephemer und/oder zerbrechlich sind. Eine genaue Definition in seiner ästhetischen Bedeutung ist bisher nicht unternommen worden. Ziel der Dissertation »Über das Zarte« soll es sein, das Zarte als ästhetische Kategorie zu definieren und seine Präsenz und Relevanz im historischen wie zeitgenössischen künstlerischen Kontext darzustellen." (Anne Brannys)

Beteiligte KünstlerInnen:
Gökçen Dilek Acay, Sophie Aigner, Ana Alenso, Katharina Kim Alsen, Christine Bachmann, Thomas Behling, Mario BieRende, Martin Bothe, Marion Denis, Dagmar Fella, Harriet Groß, Lena Hensel, Janine Hönig, Eleana Katanu, Jens Kloppmann, Edith Kollath, Bruno Di Lecce, Chelsea Leventhal, Carina Linge, Helene Meier, Ines Meier, Maximilian Meier, Anna Myga Kasten, Enrico Niemann, Aneh Ondare, France Parsus, Ileana Pascalau, Ulrike Paul, Aaron Rahe, Korvin Reich, Yvonne Roeb, Fons Schiedon, Felix Schneeweiß, Charlotte Seidel, Hartmut Stockter, Laurel Terlesky, Sandy Volz, Miriam Yammad, Jenny Yurshansky, Simone Zewnik

Eröffnung am Freitag den 02.02.2018 um 18 Uhr
Laufzeit: 03.02.-18.04.2018.

Galerie im Körnerpark
Schierker Straße 8
12051 Berlin

Öffnungszeiten: täglich 10 – 20 Uhr
Eintritt frei

Verkehrverbindungen: U7 / S4, 45, 46, 86 Neukölln