Thomas Behling

"Ich wollte schon immer nicht wissen, wie sehr ich mich selbst verarschen kann."

Thomas Behling: "Ich wollte schon immer nicht wissen, wie sehr ich mich selbst verarschen kann." III, 2022, eine falsche und neun echte Hakenkreuzbriefmarken, Papier, Bleistift, Glas, Rahmen, 22 x 28 cm

"Die Macht des Mythos" DA! Art-Award 2022

Wir werden in eine Welt der Zeichen, Symbole und der Bedeutungen geboren. Diese strukturieren unsere Erfahrungen. Sie sind unser Zugang zur Welt. Eine sehr spezielle Verdichtung all dieser Elemente erfolgt im Mythos. Der meint so viel wie Legende, Mär oder – in seiner originären Lesart – Erzählung. Diese Erzählungen begegnen uns in vielgestaltiger Form. Ihnen allen gemein ist, dass sie Deutungshoheit über Welt und Weltereignisse beanspruchen. Und sie ihr vermeintliches Wissen wirkmächtig durch blumige Narrative vermitteln – nicht durch überprüfbare Fakten. Sinnstiftung qua Glauben heißt hier die oberste Direktive – ein Bollwerk gegen Rationalität und Aufklärung. Nahezu omnipräsent durchwirken diese Sinngebilde die ideologische Matrix der Gesellschaft. So auch das Fühlen und Denken des Menschen. Der ist ein von Mythen besetztes Wesen. War es schon immer, weil ihm die elementare Neigung zu Mythos und Glauben als evolutionärer Vorteil in die Wiege gelegt ist. Bereits in frühen Gesellschaften beförderten Sinn stiftende Erzählungen Kooperation und Zusammenhalt, entfaltete der Mythos seine normative Kraft durch moralische Ordnungs- und Handlungsmuster. Und seit jeher dienen Mythen der Legitimation von Vorteil, Macht und Herrschaft.

Nominierte Künstlerinnen und Künstler:
Ettore Albert, Aljoscha, Marie Althöfer, Jürgen Baumann, Patrick Becker, Thomas Behling, Willem Bock, Carsten Borck, Clair Bötschi, Brigitte Braun und Betina Panek (NERZ KG), Walter Breidenbach, Klaus Busch, Laure Catugier, Viktor Cleve, Matthias Dämpfle, Peter Debusi, Angela Dörflein, Barbara Duisberg, Wolfgang Eberhardt, Benjamin Esser, Eva Fabian, Kuesti Fraun, Heinz Frey, Wolfgang Fritz, Jorge Garzon, Corina Gertz, Titus Grall, Martin Grobecker, Petra Groh, Richard Gruber, Heinke Haberland, Dieter Hanf, Ruth Hebler, Ulrich Heemann, Michael Heinrich, Edurne Herrán, Andreij Herzog, Lion Hoffmann, Michael Holtschulte, Hanne Horn, Ivan Horvat, Ulrike Hüppeler, Tommy Kny, Rona Kobel, Karolina Kos, Wolfgang Kühn, Dorthe Landschulz, Michael Lapuks, Simi Larisch, Lotte Lindner, Marion Linke, Ariane Litmeyer, Heidrun MalComes, Albert Markert, Piero Masztalerz, Karl-Heinz Mauermann, McLOVLA, Peter Menne, Nadia Menze, Denis Metz, Michel Meyer, Sarai Meyron, Adina Mocanu, Müller & Sohn, Andreas Neuffer, Thomas Neumaier, Oliver Neumann, Simone Neumann-Salva, Nessi Nezilla, Sylvia Nitsche, Daniel Noll, Oliver Ottitsch, Enrico Pietracci, Usch Quednau, Gerda Raichle, Johanna Reckers, Caspar Reuter, Christian Ristau, Eugen Rother, Thure Röttger, Angela Schäfer, Michael Scheibenreiter, Bettina Schipping, David Schröder, Oliver Schwarz, Stefan Seffrin, Gerhard Silber, Wolfgang Stegherr, Manuel Talarico, Ralf Tekaat, Thomas Volkmann, Ruth Weizel, Emil Wesemann, Christoph Wetzel (REIZ), Miriam Wurster, Elke Zaksek, Karla Zipfel, Meike Zopf, Roderich Zupnickl

Dienstag, 06.09., 16:00 Uhr Softopening
Freitag, 09.09., 18 Uhr: Vernissage
Sonntag, 25.09., 15 Uhr: Preisverleihung

Dauer: Mi. 07.09. bis So. 25.09.2022

VERANSTALTUNGEN ZUR AUSSTELLUNG

Mittwoch 14.09., 19:00 Uhr: »Mythos Beuys. Eine Fake-Existenz«, Vortrag mit Hans Peter Riegel

Mittwoch 21.09., 19:00 Uhr: »Verschwörungstheorien. Formen – Funktionen – Folgen«, Vortrag mit Prof. Dr. Michael Butter

Freitag 23.09., 19:00 Uhr: »Das Archiv des Teufels. Roman aus der Zeit des Kalten Krieges«, Krimi-Lesung zum Mythos der Entnazifizierung mit Martin Conrath – moderiert von Horst Eckert

DA! Art-Award 2022
STADTMUSEUM DÜSSELDORF
Berger Allee 2
40213 Düsseldorf

Öffnungszeiten: Di. bis So. 11:00 bis 18:00 Uhr

Eintritt:
4 Euro/ermäßigt 2 Euro/Freier Eintritt bis 18 Jahren
Happy Hour (freier Eintritt) von Dienstag - Samstag 17.00 - 18.00 Uhr
Sonntags Eintritt frei