Thomas Behling

Die Moral von der Geschichte verstehe ich mit nichte.

In der COVID-19-Pandemie zeigt sich, dass in Notsituationen es sehr wohl möglich ist, Maßnahmen zu erlassen, die drastische Einschnitte in unserem persönlichen wie wirtschaftlichen Leben bedeuten. Ohne die Pandemie auch nur im Geringsten verharmlosen zu wollen, möchte ich an dieser Stelle vehement davor warnen, eine weit größere Bedrohung zu vernachlässigen: die Zerstörung unser aller Lebensgrundlage: unseres Planeten. Denn nicht einmal der akut drohende Klimakollaps führte bisher zu auch nur annähernd angemessenen Maßnahmen.

Die Stimmen, die nun eine Reduzierung der ohnehin laschen Umweltschutzmaßnahmen fordern, um angeblich die Wirtschaft zu stärken, argumentieren ganz gewiss nicht zum Wohle der Allgemeinheit. Vielmehr geht es ihnen entwerder um ihren eigenen kurzsichtigen Profit oder sie wissen schlicht nicht, wovon sie reden. Die Kampagne "Neue Soziale Marktwirtschaft", welche diese Positionen unter irreführendem Label versucht zu verkaufen, möchte ich an dieser Stelle daher aufs Schärfste verurteilen. Die altbackene Argumentation aus den 70er-Jahren, als die Folgen des menschengemachten Klimawandels bereits hinreichend erforscht waren, hat uns nun schon soviel wertvolle Zeit gekostet. Wenn wir dieser Argumentation weiter folgen, zerstören wir die Grundlage unserer menschlichen Existenz, weil wir unseren Planeten in eine ökologische Katastrophe führen - und, dies sei am Rande erwähnt, die Wirtschaft in ihrer absoluten Gesamtheit ist dann auch hin.

"Sehnsucht" II

Thomas Behling: "Sehnsucht" II, 2013, 68 x 83 x 34 cm

"Kunst-Stoff Plastik"

Plastik ist das Material des 20. und 21. Jahrhunderts. Form- und einfärbbar, hart oder weich, massiv oder dünn – der günstige Preis und die vielseitige Verwendbarkeit ließen es während der vergangenen Jahrzehnte in alle Lebensbereiche vordringen. Früh im 20. Jahrhundert fand es auch Eingang in die Kunst. Das Hans Erni Museum zeigt von Ende November 2020 bis Ende Februar 2021 die Ausstellung «Kunst-Stoff-Plastik», die sich dem künstlerischen Umgang mit synthetischen Stoffen widmet: mit über 70 Werken von Künstlerinnen und Künstlern und einer Ausstellungsbroschüre, die das Thema inhaltlich behandelt und die Werke vorstellt; zum Rahmenprogramm gehören Werkgespräche mit den Kunstschaffenden und ein Podium über Plastik & Ökologie, das das Thema ausweiten und Fragen zur aktuellen Umweltproblematik behandeln wird.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:
Lorena Adler und Selina Cadruvi, Ruedi Bechtler, Thomas Behling, David, Jakob und Max Bill, Samuel Buri, John Cage, Jedediah Caesar, Andreas Christen, Christo, Sven Egert, Roza El-Hassan, Benedicht Fivian, Martin Gut, Lori Hersberger, Géraldine Honauer, Patricia Jacomella Bonola, Lev Khesin, Monika Kiss-Horvath, Rosa Lachenmeier, Niklaus Lenherr, Carmen Perrin, Tobias Rehberger, Dieter Roth, Nelly Rudin, Niki de Saint Phalle, Markus Schwander, Jürg Stäuble, Ursula Stalder, Paul Talman, Niels Tofahrn, Verena Vanoli, Georges Vantongerloo, Shizuko Yoshikawa

Laufzeit: 27.11.2020 bis 25.4.2021

Die Ausstellung ist wieder geöffnet.

Beitrag über die Ausstellung auf arttv.ch.

Hans Erni Museum
Verkehrshaus der Schweiz
Lidostrasse 5
6006 Luzern
Schweiz

Öffnungszeiten:
täglich 11 – 17 Uhr
Es besteht Maskenpflicht.

Eintritt:
Das Hans Erni Museum ist im Museum Verkehrshaus der Schweiz integriert.
Der Eintritt ins Hans Erni Museum kann separat gelöst werden und beträgt für Erwachsene CHF 16.-, Studierende/Auszubildende (unter 25) und Kinder: CHF 12.-, Eingang via Verkehrshaus.