Auf der ovalen, gewölbten Tafel steht in rot-grün irisierender Schrift: „Das muss man ja wohl noch sagen dürfen, dass das Grundgesetz den Widerstand gegen alle erlaubt, die die verfassungsmäßige Ordnung zerstören wollen!“ und spielt damit
auf den vierten Absatz des Artikel 20 des Grundgesetzes an: „Gegen jeden, der es unternimmt, diese (die verfassungsmäßige) Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.“ – und Rechtsgelehrte verstehen das durchaus so, dass das als Ultima Ratio auch mit allen Mitteln meint.
Links und rechts der Tafel stecken Fahnen: die Antifaschistische Aktion, die Rot-Schwarze, die LGBTQ Pride und die goldene Fahne. Unter der Tafel kreuzen sich zwei „Pistolen“, es sind zwei Presspistolen für Klebekartuschen. Die ovale Scheibe wird umschlungen von einer Kordel, die die eines Strickes ist, dass oben an einem kleinen Galgen hängt – denn das ist die Krux des vierten Absatzes: Niemals wird der Staat sein Gewaltmonopol aufgeben. Stattdessen werden zunehmend jene kriminalisiert, die seine Kriminalität anprangern und selbst harmloseste Protestmittel in der Wahrnehmung zu Gewalt verzerrt.
Holz, Spachtelmasse, Hartschaumstoff, Acrylfarbe, irisierende Pigmente, Fahnen, Rettungsdecke, Presspistolen, Klebekartuschen, Strick, 153 x 180 cm