Das Thomas Behling zugeloste Bild vor und nach der Kunstverbesserung, nun mit dem Titel "In a moment without any reflection, finally and for ever." (78 x 78 cm)
Erste KUNSTVERBESSERUNG im KOSMOS
Eine gemischte Gruppe aus Studierenden der Universität Potsdam und professionellen Künstler*innen treffen in Potsdam aufeinander, um entsorgte Kunst auf Keilrahmen zu betrachten und mitzunehmen, um sie zu verbessern. Bei dieser zu Müll erklärten Kunst handelt es sich um eine Sammlung Ruppe Kosellecks vom Sperrmüll aufgelesener, aus dem Gebüsch geborgener oder einfach so, irgendwo abgestellter Keilrahmen mit Kunst aus Bielefeld, Potsdam, Münster, Jena, Köln und Berlin. Es ist alles dabei - echte Malerei in vergoldetem Schmuckholzrahmen, Baumarktdrucke, Aquarelle aus der Schule oder noch eingeschweißte und bereits vermüllte Kunst von IKEA. Koselleck glaubt: "Denn wenn wir die Welt nicht verbessern können, dann doch die Kunst!"
Dazu hat er Kunststudierende und Freischaffende Bildende Künstler*innen eingeladen, die sich in diesem Ausstellungsprojekt gleich zweimal zur Vernissage treffen: Das erste mal trafen sie sich am 24. April, um eines der Bildwerke zugelost zu bekommen und das zweite mal am Donnerstag den 9. April, um die von Ihnen dann in der Zwischenzeit verbesserten Kunstwerke anzusehen.
Damit geht Koselleck einen Schritt in die richtige Richtung: Lange glaubten Künstler*innen Teil einer selbsternannten Weltverbesserung sein zu müssen und schröpfen dafür die Gesellschaft: mental durch Unverständlichkeit sowie desorientierende Mehrdeutigkeit aber auch körperlich, muß doch jeder ehrliche Arbeiter einen Künstler auf der Schulter tragen. Die Folgen der jahrzehntelangen Fehlentwicklung wiegen schwer: wo früher Steuerzahler in Fabriken ihrer Arbeit nach gingen, sind heute Ateliers.
Auch wenn Kosellecks Projekt erst einmal nur ein Schritt in die richtige Richtung ist – schließlich hat er sich von dem Impetus der Verbesserung noch nicht ganz freigesagt – so werden ihm sicher entschlossenere Künstler folgen, die fähig sind, nichts mehr zu reflektieren.
Beteiligten Künstler*innen:
Sena Nisa Aydinli * Thomas Behling * Marlene Behnert * Judith Beyer * Susanne von Bülow * Frederik Foert * Karla Fritsche * Eva Früh * Ilka Habrich * Jolina Hartmann * Dirk Martin Heinzelmann * Stephan Homann * Julia Hoppen * Paul Juricke * Ruppe Koselleck * Katarina Kremnetz * Antonia Low * Petra Lüning * Adrian Maier * Candia Neumann * Julieta Palombi * Thomas Prautsch * Rebecca Sert * Anton Ruhl * Oliver Schmidt * Florian Schulz * Lena Skaya * Myrijam Stoetzer * Annabella Wegmann Florez * Sarah Wewer
Teil 2, VERBESSERT
9. April 2025 - 19 Uhr
Die Künstler*innen bringen die verbesserten Kunstwerke wieder mit.
Die Ausstellung ist bis zum 3. Mai 2026 zu sehen.
KOSMOS im Rechenzentrum
Dortustraße 46
14467 Potsdam
Öffnungszeiten
täglich 11-18 Uhr
Eintritt frei